Zukunftsorientierter Bericht des Hauptzuchtwartes (Zuchtstand 2010/2011)

 

Zukunftsorientierter Bericht des Hauptzuchtwartes Horst Schmidt zur JHV am 18.06.2011 in Frankenau:

Ich möchte heute noch einmal auf die Dinge eingehen, bei denen wir bei den verschiede­nen Farbenschlägen in Zukunft mehr darauf achten müssen.

Die rebhuhnhalsigen Hähne sollen zum Teil nicht zu hell, aber auch nicht zu dunkel in Hals-, Rücken- und Sattelfarbe sein. Das heißt, wir fordern bei den Hähnen einen dunkel­goldfarbigen Halsbehang. Die Schulterdecken und Rücken können etwas ins Rotgoldene gehen und das Sattelgefieder wieder etwas mehr dunkelgoldfarbig sein. Auf elegantere Körper und zwerghuhnhaftere Erscheinung ist zu achten. Bei den Hennen ist weiterhin auf eine flitterfreie Feder und auf eine graubraune Grundfarbe zu achten. Auf eine intensive Nervzeichnung muss hingearbeitet werden. Einige Hennen hätten auch etwas zarter in der Rieselung sein können.

Bei den blaurebhuhnhalsigen Hähnen ist auf eine teilweise vollere Unterbrust und auf eine nicht zu dunkle Schwanzfarbe zu achten. Bei den Hennen sollte man auf etwas mehr intensivere und gleichmäßigere Grundfarbe hinarbeiten. Einige Tiere hätten etwas mehr Kammgröße zeigen dürfen.

Bei unserem Paradefarbenschlag, den goldfarbigen, muss bei den Hähnen teilweise auf waagrechtere Körperhaltung, intensivere und gleichmäßigere Halsfarbe sowie auf klarere Brustzeichnung geachtet werden. Einige Tiere hätten auch etwas zwerghuhnhafter im Körper sein dürfen. Bei den Hennen ist teilweise auf eine breitere Feder, gleichmäßigere Flitterfarbe zu achten. Einige Tiere erschienen mir doch schon etwas reichlich Rot im Flitter.

Die blaugoldfarbigen Hähne müssen zum Teil waagrechter in der Körperhaltung und voller in der Unterlinie werden. Teilweise kann der Brustsaum etwas intensiver erscheinen. Bei den Hennen ist auf eine etwas intensivere Grundfarbe und auf einen gleichmäßig ausge­prägtere Säumung zu achten.

Bei den orangefarbigen Hähnen ist ein strohgelber Halsbehang, goldorangefarbiger Rücken- und Schulterpartie sowie orangegelber Sattel hinzuarbeiten. Teilweise könnten die Hähne noch etwas intensivere Brustzeichnung zeigen. Die Grundfarbe der Hennen ist grauorange. Hier sollte man auf eine gleichmäßige und schwarze Rieselung, wachsgelben Federkiel weiterhin achten. Die Flitterfarbe könnte teilweise orangegelber sein.

Für mich einer der schönsten Farbenschläge, der perlgrauorangefarbige, könnten die Hähne teilweise intensiver in der Brustzeichnung sein. In der Grundfarbe und Behangfarbe gab es bis auf wenige Ausnahmen keine Beanstandung. Allerdings muss gerade bei diesem Farbenschlag unbedingt auf mehr Zwerghuhnhaftigkeit und eleganteren Körper geachtet werden. Auf eine waagrechte Körperhaltung darf man nicht außer acht lassen. Die Hennen hätten etwas intensiver und gleichmäßiger in der Flitterfarbe sein dürfen. Einige Tiere hatten schon den Größenrahmen überschritten.

Bei den silberfarbigen Hähnen sollte man unbedingt auf etwas mehr Zwerghuhnhaftigkeit hinarbeiten. Auch die waagrechte Körperhaltung darf man nicht außer acht lassen. Einige Tiere wirkten im Sand schon reichlich hoch. Unsere Zwerg Italiener sollen einen mittelho­hen Stand zeigen. Hier sollte man durch gezielte Ausgleichspaarung gegensteuern.

Einige Hähne hätten etwas reiner im Silber sein dürfen. Auf eine klare Brustzeichnung ist weiterhin zu achten. Bei den Hennen verlangen wir eine silbergraue Grundfarbe. Mir fiel auf, dass einige Tiere in der letzten Zeit schon etwas zu braun in der Grundfarbe sind. Hier sollten die Züchter unbedingt ihr Augenmerk darauf legen. Einige Tiere hätten auch etwas klarer im Flitter erscheinen können.

In der letzten Zeit waren unsere gezeigten rotgesattelten Hähne ein Trauerspiel. Vielen Hähnen fehlte die waagrechter Körperhaltung und ein gestreckter Körper. Auf vollere Unterlinie muß unbedingt geachtet werden. Farbliche Probleme gibt es bei den Hähnen, zum Teil mit Vorsaum in der Halszeichnung und gesperbertes Sattelgefieder und leichte Brustsäumung. Hier sollten die Züchter vielleicht versuchen, durch Einkreuzungen den Farbenschlag wieder auf Vordermann zu bringen. Besser sah es da schon bei den Henne aus. Wobei einige Hennen nicht mehr länger in den Steuerfedern sein dürfen. Auf etwas intensivere Lachsbrust ist weiterhin zu achten.

Bei den Lachsfarbigen kann ich mir kein objektives Urteil erlauben, da ich zu wenig Tiere gesehen habe.

Die schwarzen Hähne müssen unbedingt zwerghuhnhafter und eleganter im Körper werden. Einige Tiere dürfen nicht mehr größer in den Kopfpunkten sein. Einige Tiere hätten auch etwas waagrechter in der Körperhaltung sein dürfen. Auch die ideale Standze­henhaltung darf man nicht außer acht lassen. Die Hennen hätten zum Teil reiner in der Lauffarbe, freier im Stand, mehr Kopfblüte, waagrechter in der Körperhaltung und intensi­ver im Lack sein dürfen.

Bei den weißen kann ich über den derzeitigen Zuchtstand nicht allzu viel sagen, da leider zu wenig Tier auf den Schauen zu sehen waren.

Farblich gab es bei den blauen Hähnen wenig Anlass zur Kritik. Jedoch ist auf eine vollere Unterlinie und längeren Körper hinzuarbeiten. Die Hennen sollten in der Grundfarbe ein gleichmäßig mittleres Taubenblau zeigen. Eine hellere oder dunklere Grundfarbe ist vorerst noch gestattet. Manche Henne hätte noch etwas mehr Rumpflänge und strafferes Sattelgefieder zeigen dürfen.

Der rote Farbenschlag konnte im letzten Jahr nicht so überzeugen wie bei den vorherge­henden Jahren. Die Hähne hätten zum Teil etwas waagrechter in der Körperhaltung und fließen­der im Schwanzübergang sein dürfen. Einige Hähne waren auch reichlich weich im Kammblatt. Auf eine nicht zu dunkle Grundfarbe ist zu achten. Bei den Hennen muss un­bedingt auf mehr Kammgröße, fließendere Oberlinie, etwas freier im Sand und nicht zu dunkle Grundfarbe hingearbeitet werden.

Die gelben Hähne müssen unbedingt etwas zwerghuhnhafter und eleganter im Körper werden. Auch die volle Unterlinie darf man nicht außer acht lassen. Einige Tiere hätten flie­ßender im Schwanzübergang sein dürfen. Auf etwas zartere Kopfpunkte ist zu achten. Besser sah es schon bei den Hennen aus. Hier konnte man feine Vertreterinnen sehen. Al­lerdings sollten einige Tiere nicht länger in der Steuerfeder und eleganter im Körper sein. Farblich waren die Tiere in Ordnung.

Linienführung, Streifung und Kopfpunkte waren bei den Gestreiften in Ordnung. Allerdings sollten doch die Tiere eleganter und zwerghuhnhafter im Körper werden. Die Hennen hätten zum Teil etwas intensiver und klarer in der Streifung sein dürfen. Auf ein idealeres Kammbild ist weiterhin zu achten. Eine klare und reine Schwingenzeichnung sollte vorhanden sein.

Bei den gesperberten Hähnen gab es in farblicher Hinsicht kein Anlass zur Kritik. Aller­dings müssen auch hier die Hähne etwas eleganter im Körper, fließender im Schwanz­übergang und voller in der Unterbrust werden. Die waagrechte Körperhaltung darf auch nicht außer acht gelassen werden. Die Hennen hätten zum Teil etwas freier im Stand und klarer im Sperberfaktor sein dürfen. In der Grundfarbe waren die Tiere alle in Ordnung.

Fortschritte konnte man in diesem Jahr wieder bei den Kennfarbigen erkennen. Die Hähne zeigen zum Teil eine gestreckte typische Form. Allerdings hätten einige Hähne im Hals etwas mehr rötlichgelb sein dürfen. In der Brustfarbe hätten einige 1,0 etwas aufgehellter erscheinen können. Bei den Hennen ist weiterhin auf eine rebhuhnfarbige Grundfarbe zu achten. Einige Tiere erschienen mir hier schon reichlich dunkel. Auf eine zartere schwarze Rieselung ist hier zu achten.

Bei den weißschwarzcolumbia Hähnen ist darauf zu achten, dass die nötige Körperlänge vorhanden ist. Auf waagrechte Körperhaltung ist zu achten. Auch auf eine intensivere Schwingenfarbe muss hingearbeitet werden. Auch die Schwingenfarbe der Hennen könnte zum Teil etwas intensiver sein.

Bei den gelbschwarzcolumbia Hähnen ist in erster Linie auf eleganten Körper und die richtige Zwerghuhngröße zu achten. Farblich waren die Tiere durchweg in Ordnung. Das gleiche gilt auch bei den Hennen.

Die schwarzweißgescheckten Hähne dürfen zum Teil nicht höher im Stand werden. Einige hätten auch voller in der Unterbrust sein dürfen. In Lack und Zeichnung gab es wenig Anlass zur Kritik. Die Hennen hätte zum Teil ein etwas gleichmäßigeres und klareres Zeichnungsbild haben können.

Große Fortschritte hat der goldbraunporzellanfarbige Farbenschlag gemacht. In puncto Farbe, Tupfung und Perlung waren die Hähne meistens in Ordnung. Hier ist auf elegante­ren und zwerghuhnhafteren Körper zu achten. Das gleiche gilt auch für die Hennen, wobei einige Hennen nicht mehr dunkler in der Grundfarbe werden dürfen.

Ich wünsche allen Zuchtfreunden ein gutes Zuchtjahr 2011

Horst Schmidt
Hauptzuchtwart