Zwerg-Italiener

Betrachtet man heute unsere Zwerg-Italiener bei Ausstellungen, so stellt man fest, daß aus dem schlanken, fast fasanenartigen Zwerghuhn einstiger Tage heute ein elegantes Rassehuhn mit der gewünschten typischen Walzenform geworden ist. Vital, leistungsstark und doch zutraulich, mit stolzer Haltung und fließenden Linien erfreut sich das Zwerg-Italiener-Huhn immer größerer Beliebtheit bei den Zwerghuhnzüchtern.

22 anerkannte Farbenschläge spiegeln heute ein frohes Farbenspiel bei Beschickungszahlen von weit über 300 Zwerg-Italienern bei unseren Bundesschauen wieder.

Obwohl auf den Werdegang der Zwerg-Italiener hier eingegangen werden soll, bleibt zu erwähnen, daß im Jahr 1919, in dem Jahr, in dem auch die Gründung des Bundes Deutscher Zwerghuhnzüchtervereine in Berlin vollzogen wurde, die ersten Zwerg-Italiener auf der Bildfläche erschienen. Zuchtfreund Schuhmann aus Gotha stellte erstmals rebhuhnfarbige Zwerg-Italiener anläßlich der Berliner Zwerghuhnschau aus und darf somit als Erzüchter der Rasse gelten.

Heute verlangen wir ein elegantes, bis auf die Größe, die Großrasse verkörperndes Zwerghuhn mit eleganter Linienführung. Der langgestreckte Rumpf soll in der Oberlinle nach hinten ausgebogen sein und leicht ansteigend in die breit angesetzte Schwanzpartie übergehen. Eine breite, verhältnismäßig volle Brust gehört wie der voll entwickelte Bauch zur typischen Unterlinle. Dem Hahn wünschen wir einen vollen Schwanz mit breiten, gut gebogenen Sichelfedern. Die Steuerfedern sollten stets geschlossen getragen werden. Besonders gut kommt die Walzenform des Körpers zur Geltung, wenn die Sichelfederlänge mit der Unterlinle des Körpers abschließt. Dies bedingt eine möglichst breite Feder mit fester Substanz. Bei einer Zuchthenne sollten die Schwanzdeckfedern besonders gut ausgebildet sein. Die Schwingen werden fest geschlossen am Körper anliegend getragen. Sie sollten keinesfalls über den Körper hinausragen. Gefordert wird bei waagerechter Körperhaltung ein mittelhoher Stand mit mäßig hervortretenden Schenkeln. Die Läufe sind möglichst rund und bei allen Farbenschlägen von gelber Farbe. Leicht nachlassende Farbpigmente bei sichtlich legenden Hennen sind allerdings milde zu beurteilen. Eine straffe und feste Feder ohne Kissenbildung rundet die äußerlichen Formenmerkmale ab.

Zu den wichtigsten Rassemerkmalen zählen die Kopfpunkte. Sie werden in harmonischer Größe im Verhältnis zum Körper verlangt. Der mittellange Schnabel ist bei allen Farbenschlägen gelb, nur bei dunklen Farbenschlägen kann er leicht hornfarbig angelegt sein. Das Kammblatt ist nierenförmig, gut durchblutet mit vier bis fünf breit angesetzten Zacken ohne Falten und Beulen als Stehkamm beim Hahn ausgebildet. Bei gleicher Kammform soll der Kamm bei der Henne im Ansatz vorne aufrecht stehen und je weiter er nach hinten verläuft sich zur Seite neigen, ohne das Auge zu verdecken. Die Kammfahne folgt ohne aufzuliegen der Nackenlinle. Die Zacken müssen auf einer Linie angesetzt sein und bis zur Mitte des Kammblattes reichen. Die sogenannte Nierenform wird deutlich durch die stark gerundete Oberlinle und die sanft gebogene Unterlinie. Die verlängerten Mittellinien der einzelnen Zacken treffen sich im Auge. Ausschlußfehler sind nach wie vor Doppelzacken und Kammauswüchse. Bei sechs und mehr Zacken werden diese im Ansatz zu schmal und sind als Griffelzacken abzulehnen. Auch Kämme mit drei Zacken sowie weiche Kammblätter gehören nicht mehr in die oberen Noten. Sehr weiche Kammblätter können bei den Hennen zu Wickelkämmen führen, die unter die Rubrik »grobe Fehler« fallen. Die feurig roten Augen zeugen von Aufmerksamkeit und Temperament. Das Gesicht ist rot, gut durchblutet und federfrei. Die Ohrscheiben sind weiß bis gelblich weiß, länglich rund und ohne Falten fest anliegend. Mittellang, nach unten gut gerundet und ohne Falten wünschen wir uns die Kehllappen. Hier ist vor allem auch auf glatte Kehllappenansätze zu achten.

Leider sind nach wie vor noch Tiere mit äußerlich erkennbaren groben Fehlern anzutreffen. Äußerst verpönt sind zu kurze, zu schmale oder eckige Körper, denen die fließenden Linien fehlen. Fehlende Brust und fehlende Unterlinle wirken unschön, ebenso abfallende Körperhaltung sowie zu hohe oder zu flache Schwanzhaltung. Tiere mit rot durchsetzten oder rotgeränderten Ohrscheiben, hängenden oder zu langen Flügeln oder blasser Lauffarbe gehören ebenfalls nicht in den Ausstellungskäfig. Auf farbliche Mängel wird bei der jeweiligen Farbbeschreibung hingewiesen.