Zuchtstandsbericht zur Hauptsonderschau 2018

52. Hauptsonderschau der Zwerg-Italiener aller Farbenschläge

Ausrichter unserer 52. Hauptsonderschau 2018 war Manfred Knapp mit seinen Zeller Zuchtfreunden. Nun schon zum 7. mal durften wir unsere HSS in Bensheim-Zell durchführen. Mit 352 Tieren in 20 Farbenschlägen konnten wir von einem sehr guten und konstanten Meldeergebnis sprechen.

Mit 9,13 Rebhuhnhalsigen aus fünf Zuchten konnten wir sehr zufrieden sein. Besonders das alte Weggefährten wie Alfons Berchtold wider den Weg zu unserem Sonderverein gefunden hat. Die 1,0 überzeugten in formlichen Anlagen wie Rumpflänge, Körperbreite und gestreckter Oberlinie. Leider mussten wiederrum Tiere abgestuft werden, da sie den Größenrahmen deutlich überschritten hatten. Die Problematik der Hals- und Sattelfarbe konnte auch in diesem Jahr nicht gelöst werden. Ist der Hals- und Sattelbehang zu goldig und der Halsschaftstrich nur noch meliert, ist ein Erreichen der sg-Note nicht mehr möglich. Intensiver Lack in Sichelfeder und Flügelbinden sowie durchgefärbte Brustfarbe konnte unter Vorzüge verzeichnet werden. Kleine Wünsche in der Flügeldeckenfarbe wurde nur dann laut, wenn die Flügeldecke stark mit schwarzen Federn durchsetzt war. Kamm und Kehllappen sowie reine Ohrscheiben fielen weniger in die Abteilung „Wunschbereich“. Auf eine breitere Sichelfeder sowie Handschwungfeder ist weiterhin zu achten. In Punkto Körperhaltung gab es kein Anlass zur Kritik, dies galt für beide Geschlechter. Die Hennenklasse zeigte sich in einer sehr guten Verfassung. Sehr lobend zu erwähnen, war die feste Feder und die straffe Oberlinie und dies bei allen Zuchten. Gleichmäßiger in der Kammsubstanz und markanter in der Kammlage wünschte ich mir die ein oder andere Vertreterin. Deutlich gleichmäßiger sollte die Grundfarbe und Rieselung erscheinen. Wirkt die Grundfarbe zu rötlich und der Federrand neigt zu deutlicher Flitterbildung, ist mit der Note g zu rechnen. „Nerv noch deutlicher“ und „Rieselung zarter“ waren wiederholt im Wunschbereich zu finden. In den nächsten Jahren sollte auch bei den rebhuhnhalsigen Hennen auf eine ansprechende Zwerghuhngröße geachtet werden und auf eine etwas kürzere Steuerfeder. Lauf- und Augenfarbe stellte keine Probleme dar. Bei vereinzelten Hennen war ein glatterer Lauf zu wünschen. Ein Musterbild an Typ und Farbe sowie Kopfpunkte zeigte Kai Westerbur und bekam zu Recht V 97 SVB.

Leider nur 1,3 Blau-rebhuhnhalsige, die besonders in Farbe und Zeichnung überzeugten. Körperbreite und Körperstreckung sowie prima Körperhaltung konnte als deutlicher Vorzug verzeichnet werden. Der 1,0 sollte dennoch zwergenhafter im Körper sein und auch die Kopfpunkte nicht noch gröber erscheinen. Feste und breite Feder war bei beiden Geschlechtern vorhanden und führten zu einer straffen Linienführung im Unter- und Oberlinienbereich. Die HV-Henne von Kai Westerbur hätte etwas breiter im Schwanzabschluss sein können.

7,12 Goldfarbige auf einer Hauptsonderschau sind einfach zu wenig und sollte in den nächsten Jahren wieder an alte Zeiten anknüpfen. Die 1,0 zeigten sich in einer einheitlichen Größe und sehr ansprechender Körperhaltung. Auf die richtige Standhöhe ist zu achten. Ist der Schenkel genau so lang wie der Lauf, so wirkt dies untypisch. Weiteres Augenmerk ist auf die Standbreite zu legen. Breiter und mittelhoher Stand wird gefordert und sollte auch bei allen Farbenschlägen umgesetzt werden. Die gezeigten Hähne konnten in Punkto Hals- und Schulterfarbe sowie Flügeldreieck überzeugen. Der Sattelbehang durfte zu Teil etwas gleichmäßiger und heller erscheinen. Prima Sichellack mit breiter und runder Feder sowie festem Steueraufbau konnten gefallen. Etwas klarer im Brustsaum, reiner und dicker in den Ohrscheiben waren wiederholt die Wünsche und sollten auch von Preisrichtern und Züchtern in den nächsten Jahren mehr Beachtung finden. Leider kein absolutes Spitzentier bei den 0,1. Hohe Ansprüche stellen wir bei Bewertung der Figur, Körpergröße und Körperhaltung. Etwas betonter in der Unterbrust und markanter im Rückenschwung, bzw. verschliffener im Schwanzübergang waren kleine Wünsche und führten zu der Einstufung im sg-Bereich. Eine hervorragende 0,1 von Manfred Peter zeigte einen prima Typ und eine saubere Farbe mit klarer Flitterfarbe. Leider verwerte die Ohrscheibensubsstanz die Höchstnote. „Idee leuchtender im Flittergold“ und „gerundeter in der Feder“ waren kleinere Wünsche. Wirkt die Brustfarbe zu strohig und der Flitter zu rot ist kein erreichen der sg-Note mehr möglich. (3x hv ZG Saure, Maik & Max Till; hv Peter, Manfred)

Für eine wahre Überraschung sorgte die kleine Kollektion der Blau-goldfarbigen. Eine echte Augenweide war der V 97 SVB Hahn von der ZG Saure. Hier gab es nichts auszusetzten. In Farbe und Rieselung bis hin zu breiter und runder Feder konnten alle auf voller Strecke überzeugen. Bei den 0,1 ist auf eine geringere Kammblatthöhe zu achten sowie dürfte die Lauffarbe etwas intensiver erscheinen. (V und hv ZG Saure, Maik & Max-Till)

4,8 Orangefarbige spiegelten auch nicht den Zuchtstand der letzten Jahre wieder. Hervor zu heben sei die einheitliche Größe und Figur. Die 1,0 zeigten prima Steuerbreite sowie breite und runde Sichelfedern mit sauberem Lack. Im Vorzugbereich befanden sich auch die leuchtend gelbe Lauffarbe, sowie die intensive Augenfarbe. Gleichmäßig breite Kammzacken mit glatter Kammfront beim 1,0 und feste Kammlage bei den Hennen stimmte den amtierenden SR zufrieden.  Deutlich einheitlicher müssen beide Geschlechter in Punkto Farbe werden. Die 1,0 mit strohgelben Halsbehang ist das Zuchtziel. Eine Nuance heller oder dunkler ist so entscheidend, nur goldfarbig dürfen sie nicht werden. Sperberung im Sattelbehang ist verpönt und gleiches gilt auch für zweifarbige Brustsaumfarbe. Die Hennen konnten in Rieselung und Flitterbreite deutlich punkten aber die ungleichmäßige Grundfarbe und die Flitterfarbe schwankte zwischen einem Stich von Silber oder das zweite Extrem, wo die Farbe zu sehr ins goldfarbig verläuft. Leider waren die farblich ansprechenden Hennen schon über der gewünschten Schaublüte hinaus. Wollen wir hoffen, dass dieser Farbenschlag wieder an gewohnte Qualität und Quantität anknüpft. (2x sg 95 Klein, Andre)

5,9 Perlgrau-orangefarbig mit einer sehr durchwachsenen Qualität. Wenn auch farblich einige Tiere dem geforderten Standard sehr entsprechen, so fehlte es bei den meisten Tieren an Rumpflänge und Körpertiefe. Durch mangelhafte Federqualität mussten einige Tiere mit Einträgen im Mangelbereich rechnen. Die 1,0 dürfen zarter im Kammblatt werden und die Kammfronten etwas glatter erscheinen. Bei der Hennenklasse fehlte es oft an deutlicher Kammsubstanz und typischer Kammlage. In beiden Geschlechtern muss in den nächsten Jahren auf breitere Steueraufbauten geachtet werden. (hv SVB Christ, Jörg)

Mit 9,20 silberfarbigen konnte man von einer sehr guten Meldezahl sprechen. Die Qualität war wie erwartet hoch, was beide Geschlechter betrifft. Die 1,0 zeigten prima Figuren und optimale Körperhaltung. Auf richtige Körpergröße ist dennoch weiterhin zu achten. Ausgeglichenes Silber im Hals sowie im Schulterbereich und Sattelbehang konnten gefallen. Klarere Säumung im Brustbereich sollte in den nächsten Jahren mehr Beachtung finden. Die Schenkel und der Bauchbereich dürfte bei dem ein oder anderen durchgefärbter erscheinen. Zeigen die Schenkel zu viel Silbereinlagerung, ist mit Punktabzug zu rechnen. Die zwei hv von Zfr. Wendler und Zfr. Lißfeld sollten beide reiner in der Lauffarbe sein um die Höchstnote zu erreichen. Weiterhin ist auf glatte und gefüllte Vorkämme zu achten. Die Hennenklasse zeigten, dass die Trauben bei diesen Farbenschlag sehr hoch hängen. Um die Höchstnote zu erreichen, reichen oftmals die Vorzüge in Figur, Farbe und Kamm nicht mehr aus. Zum Teil entscheidet hier nur die Tagesform, so eng ist der derzeitige Zuchtstand.  Prima die einheitliche Körpergröße und Körperlänge sowie die Körpertiefe. Freier Stand sowie breite Beinstellung sind weitestgehend gefestigt. Zum Teil fehlt es noch am markanten Rückenschwung und der etwas breitere Steuerabschluß. Die silbergraue Grundfarbe mit schwarzer Rieselung war sehr gut ausgeprägt und mit dem kontrastreichen Flitter zeigten sie das derzeit machbare. „Etwas breiter“ bzw. „runder in der Feder“ waren vereinzelt die Wünsche. Leuchtende Lachsbrust und reine Halsfarbe fanden ebenfalls wenig Anlass zur Kritik. Zu wünschen wäre in den nächsten Jahren, dass die Hennen eine einheitlichere Kammgröße und Kammlage erreichen. (1x V und 2x hv Wendler,Rene; 1x V und 1x hv Lißfeld, Reinhardt)

Mit 15,27 waren die Rotgesattelten der drittstärkste Farbenschlag auf der diesjährigen Hauptsonderschau. Leider gab es bei den Hähnen durch starkem Vorsaum im Halsbehang, schlechte Kammschnitte und starke Defizite in Figur und Körpergröße viele untere Noten. Zu helles Flügeldreieck und blasse Lauffarbe konnten nur als Mangel verzeichnet werden. Kleinere Wünsche gab es bei der Körperhaltung, geschlosseneren Kehllappen und Schulterfarbe noch intensiver. Prima waren die Hähne von Lars Ißleib. Sie verkörperten alles, was einen Zwerg-Italiener ausmacht. Breite Federn mit reiner Grundfarbe und intensives Farbspiel im Hals,- Schulter und Sattelbereich. Deutlich besser die Kollektion der Hennen, welche sich besonders in Körpergröße und Körperstreckung sehr ausgeglichen zeigten. Zum Teil durften sie etwas breiter im Steuerabschluß erscheinen. Stößt der Halsschaftstrich durch und setzt der Federrand zu stark ab, kann die sg Note nicht mehr erreicht werden. Auf reine und gefüllte Ohrscheiben ist weiterhin zu achten. Zeigen die 0,1 stark beulige Vorkämme und fehlende Festigkeit in der Kammfront, ist dies zu strafen.  2x V 97, 2x hv96 Ißleib, Lars; V 97 Knapp, Manfred, hv 96 Steiert, Wolfgang)

25,37 schwarze Zwerg-Italiener waren ein sehr erfreuliches Ergebnis und zeigt eine deutliche Konstante in den letzten Jahren. Die Hähne konnten in Punkto Lackreinheit, Federbreite und harmonischen Kammschnitten sowie Kehllappenführung deutliche Fortschritte erreichen. Auf harmonische Zwerghuhngröße und waagerechter Körperhaltung ist dennoch weiterhin zu achten. Auf mehr Ohrscheibensubsstanz und federfreies Gesicht ist in den nächsten Jahren zu achten und eine straffere Flügelhaltung ist ebenfalls bei einigen Zuchten stärker in die Kritik zu nehmen. Prima Rassevertreter zeigten die Zuchtfreunde Cramer und Böhnke. Sie überzeugten in Figur, Größe, Federbreite und harmonischen Kopfpunkten. Die Hennenklasse zeigte einige richtungsweisende Tiere mit hervorragende Hauptrassemerkmalen. Einheitliche Körperbreite und Rumpflänge sowie Körpertiefe mit prima konstanter Körperhaltung führen zu hohen Noten. Ist der Steuerabschluß zu spitz und die Oberlinien zu locker bzw. zeigt nicht den gewünschten Rückenschwung, ist kaum noch das Erreichen der sg Note möglich. Auf eine gleichmäßige Gesichtsfarbe ist weiterhin zu achten. Zu blass in der unteren Gesichtshälfte oder zu viel schwarze Federchen im ganzen Gesichtsfeld stören den Gesamteindruck. Deutliche Fortschritte wurden in der Lauffarbe erreicht. Schwarze Pigmente auf der Laufoberfläche sind weitestgehend verschwunden. In einigen Zuchten wünschte ich mir den Grünglanz noch ausgeglichener und die Feder etwas breiter. Dennoch konnte man von der besten Gesamtkollektion der letzten Jahre sprechen und wir wollen hoffen das dieser Trend sich auch noch über viele Jahre vollzieht. (V, hv Klein, André; V Böhnke, Manfred; 2x hv Cramer, Herbert; 2x hv Roth, Michael)

Mit 13,31 waren die Weißen der zweitstärkste Farbenschlag auf unserer HSS. Die Hähne zeigten noch viele unterschiedliche Typen, besonders was die Figur, Körpergröße und Kammschnitt betrifft. Abfallende Körperhaltung, schmale Kammzacken, zu lange Steuerfedern und stark gelber Abflug waren Gründe für untere Noten. Besonders die Kammform und die Zackenausprägung sollte stärke in die Kritik von Preisrichtern und Züchtern genommen werden. Kleine Wünsche gab es in Flügelhaltung und geschlossener in den Kehllappen. Intensive Lauf- und Augenfarbe fand bei beiden Geschlechtern wenig Anlass zur Kritik. Zeigen beide Geschlechter deutlichen Leghorn Typ ist kein erreichen der sg Note mehr möglich. Die Hennenklasse zeigte deutliche Qualitätssteigerung zum Vorjahr: gestreckter Körper und ansprechende Körperhaltung sowie richtungsweisende Körpergröße. Zum Teil durften sie etwas fließender in der Oberlinie sein sowie straffer im Bauchbereich. Auf seitlich gefülltere Vorkämme und stabilere Kammfronten sowie markanter in der Kammlage wurden zum Teil vom amtierenden Sonderrichter gefordert. Etwas reiner im Gefieder und weniger gelber Anflug sowie intensiver in der Gesichtsfarbe muss bei einigen 0,1 deutlicher bei der Bewertung gefordert werden. Tiere mit zu langen oberen Steuerfedern sowie einem reichlich schmalen Steuerabschluß können bei dem heutigen Zuchtstand keine sg Note mehr erreichen. Prima die Spitzentiere von Christoph Queißer V 97 SVB und die hv 96 von ZG Saure, Maik & Max Till und hv 96 von Johann Ostinga.

2,8 blaue Zwerg-Italiener von zwei Züchtern konnten nach der einjährigen Hauptsonderschauabstinenz zufrieden stellen. Feine Figuren mit ansprechender Größe und prima Kopfpunkten sowie intensiver Lauffarbe konnten begeistern. Zeigen die Hennen eine bräunliche Grundfarbe oder eine zu ungleichmäßige Mantelfarbe sowie milchgraues Untergefieder, ist kein sg mehr möglich. Etwas breiter in der Feder und zum Teil straffer in den Oberlinien waren die Wünsche in der Hennenklasse. Auch durchgefärbter Federkiel und zarter Lichtsaum sollte in den nächsten Jahren mehr Beachtung finden. ( V 97 SVB, 1x hv  Klein, André )

2,4 Rote konnten auf ganzer Strecke überzeugen. Prima Figuren und Körperhaltung sowie Körpergröße und auch eine gewisse Körpereleganz zeigten die Tiere von Roland Kleiner. In Punkto Farbe, Federbreite und Federfestigkeit konnte der überwiegende Teil der Tiere punkten. Deutliche Fortschritte haben die Hennen in Kammsubstanz und Kammlage gemacht, sowie feste und reine Ohrscheiben konnten dieses Jahr besonders gut gefallen. Kleine Wünsche gab es in der Lauffarbe, diese hätte bei den Hennen noch etwas reiner erscheinen können. Eine wirkliche Augenweide war die V 97 SVB Henne. Sie verkörperte alles, was eine 0,1 Zwerg- Italiener ausmacht.

Nicht ganz die Qualität der vergangenen Jahre erreichten die 3,5 Gelben. Nicht nur Zahlenmäßig konnte man von Rückläufigkeit sprechen, sondern auch bei der Farbe und Körpereleganz. Die 1,0 zeigten zwar einen freien Stand mit breiter Beinstellung und ansprechender Figur, konnten aber in Gleichmäßigkeit der Farbe keine hohen Noten erwarten. Sieht man im Halsbehang deutlich dunkelgelben Schaft und absetzende Sattelfarbe ist kein sg mehr möglich. Auf eine festere Hinterzehenstellung und etwas zwergenhafter im Körper wurden deutlich bei der Bewertung hingewiesen. Die Hennenklasse durften alle etwas freier im Stand und fester im Schenkelgefieder erscheinen. Kleine Wünsche in Gesichtsblüte und fester in den Oberlinien bis hin zu straffer im Bauchgefieder wurden vermerkt.  Auf eine gleichmäßigere Mantelfarbe und durchgefärbtes Untergefieder ist in den nächsten Jahren mehr zu achten. Kammschnitt und Kammlage sowie intensive Lauf- und Augenfarbe konnten gefallen. (hv 96 Müller, Franz)

4,5 Gestreifte von zwei Züchtern in einer eher durchwachsenen Qualität. Tiere mit mangelhafter Figur und zu hellem Streifungsbild können kein sg mehr erreichen. Auf etwas betontere Unterbrust und etwas gestreckter im Rumpf sowie breiter im Steuerabschluß wurden Wünsche vermerkt. Ein klareres Streifungsbild ist bei den Hennen in den nächsten Jahren die züchterische Aufgabe und auch die Schwingenstreifung sollte mehr Beachtung finden. Prima Kammschnitt und Kammsubstanz bei den Hennen mit optimaler Kammlage konnten sehr gefallen. Gleiches gilt für Federbreite, Lauf und Augenfarbe sowie Gesichtsblüte. Die 1,0 sollten in Punkto Standhöhe nicht mehr ins extrem hohe gehen sonst wirkt die Unterlinie zu leer. (2x hv ZG Saure, Maik & Max-Till)

8,9 Gelbgesperberte von 3 Züchtern war eine wirkliche Überraschung. Wenn auch die Qualität noch sehr durchwachsen war, konnte man sich über den derzeitigen Zuchtstand ein genaueres Bild machen. Die Hähne mit prima Farbe und Zeichnung sowie Federbreite durften etwas zwergenhafter im Körper erscheinen und der hv-Hahn von Manfred Taborowski eine intensivere Gesichtsfarbe zeigen. Die 0,1 hatten einige Wünsche in Rumpflänge und fließenderen Oberlinien sowie einer festeren Flügelhaltung. Auf eine gleichmäßige und nicht zu rötliche Grundfarbe ist in den nächsten Jahren zu achten. Die Sperberung im Mantelbereich ist erstmal gleichmäßig gefordert. Eine Nuance feiner oder gröber wird bei der Bewertung noch nicht so stark ins Gewicht fallen. Tiere mit blasser Gesichtsfarbe und ungleichmäßigem Kammschnitt oder geringe Kammblatthöhe mussten mit der Note g 92 Vorlieb nehmen. Etwas breiter im Steuerabschluß und im Stand etwas freier sowie im Schenkelgefieder fester waren vermehrt die kleinen Wünsche. Prima Figur mit ansprechendem Farb- und Zeichnungsbild zeigte die hv SVB Henne von Zfr. Taborowski. Hoffen wir, dass dieser Farbenschlag sich weiter so positiv entwickelt und die Züchter einen gemeinsamen Weg finden, um die Linie der Formentiere und die Linie der Farb- und Zeichnungstiere zu vereinen.

5,5 Kennfarbige in einer prima Verfassung, was Figur, Größenrahmen und Körperhaltung betrifft. Zum Teil durften die Hähne etwas fester im Fügeleinbau sein und die Schwanzansätze noch etwas breiter erscheinen. Die Steuerfederlänge bei den 1,0 ist auch in den nächsten Jahren zu beachten. Die Kopfpunkte konnten bei beiden Geschlechtern gefallen. Kleine Angriffspunkte haben wir bei Kammfahnenlänge der 1,0. Idee kürzer würde dem Gesamteindruck gutstehen. Ein absolut feines Farbspiel sahen wir bei der Farbe der Hennen. Rebhuhnfarbige Grundfarbe mit zarten Sperberfaktor war bei allen Tieren optimal ausgeprägt. Bei den Hähnen konnte das kontrastreiche Schmuckgefieder sehr gefallen. Auf weniger Grünglanz im Brustbereich und auf den Sichelfedern ist dennoch in Zukunft zu achten. Kaum Anlass zur Kritik gab es bei dem dreifarbigen Flügeldreieck. Bei unseren Kennfarbigen kann man zurzeit von einem der durchgezüchtesten Farbenschlägen sprechen. Zu wünschen wäre es dennoch das sich mehr Züchter mit diesem Farbenschlag annehmen um eine breitere Zuchtbasis aufzubauen. (1x V 97 SVB, 2x hv Thiel, Heinz)

3,3 Weiß-schwarzcolumbia von leider nur einem Züchter. Deutlich Punkten konnten sie in Rumpflänge und Körpertiefe sowie Steuerbreite. Ebenso ist die Farbe und Zeichnung sehr gefestigt. Durchgefärbte Schwingen und graues Untergefieder bis hin zu klarer Deckfederzeichnung sind nur in seltenen Fällen im Wunschbereich zu vermerken. In den nächsten Jahren ist auf einen freieren Stand bei den Hennen und ein eleganteres Erscheinungsbild bei beiden Geschlechtern zu fordern. Die Kammfronten bei den Hennen sind etwas fester zu wünschen und die typische Kammlage sollte gleichfalls nicht außer Acht gelassen werden. Die Halszeichnung konnte bei den Hennen kaum besser zu erkennen sein, wobei die Halsschaftstriche bei den Hähnen etwas weiter im Oberhals verlaufen muss. (hv SVB Schellberg, Uwe)

2.4 Gelb-schwarzcolumbia von Kai Westerbur konnten nicht so überzeugen, wie wir es noch vor Jahren gewöhnt waren. Leider ist es schwierig, wenn keine breite Zuchtbasis vorhanden ist. Die Hähne waren leider zu jung und unfertig für diese Schau. In Punkto Mantelfarbe und Sichellack sowie Halszeichnung gab es wenig Anlass zur Kritik. Die Hennen jedoch schon zu fleckig und zu locker im Gefieder. Etwas freier im Stand und fester in der Oberlinie sind hier zu wünschen. Straffer im Vorkamm, mehr Gesichtsblüte sowie reiner und dicker in der Ohrscheibe sind weiterhin zu beachten. Bei diesem Farbenschlag gilt es einen zielgerichteten Neuanfang zu starten und das geht nur mit einer breiten Züchterschaft. Wollen wir hoffen, es finden sich engagierte Züchter für diesen schönen Farbenschlag.

3,11 Schwarz-weißgescheckt von drei Züchtern sind für diesen seltenen Farbenschlag ein gutes Ergebnis. Leider fehlt es den Hähnen oft an gestreckteren Körpern und festeren Flügelhaltungen. Deutlich verschliffener in den Oberlinien und breiter in den Sichelfedern sind vereinzelt die Wünsche bei den 1,0. Die Hennenklasse deutlich besser als im Vorjahr. Freier Stand und gestreckte Figur mit waagerechter Körperhaltung konnten weitestgehend überzeugen. Etwas markanter im Rückenschwung und reiner in der Perle sowie intensiver im Grünglanz waren die Punkte, die zur Abstufung führten. Gefestigt haben sich die Kammblatthöhe und Zackenausprägung sowie die Kammlage. Lauf und Augenfarbe finden keinen Anlass zur Kritik.  Kleine Angriffspunkte in den nächsten Jahren sind die Ohrscheibensubstanz und die Reinheit der Ohren, sieht man in den Ohren der Hennen deutlich rot oder stark bläuliche Adern ist mit Punktabzug zu rechnen. (V 97 SVB Mahr, Helmut)

4 ,11 Goldbraun-porzellanfarbig in einer gleichmäßigen Qualität, wie sie in den letzten Jahren kaum zu sehen war. Prima Figuren und richtungsweisender Zwerghuhngröße mit elegantem Erscheinungsbild. Die Grundfarbe konnte eine deutliche Verbesserung zu den anderen Jahren erreichen und die klare Perlenzeichnung war über den Körper gleichmäßig verteilt. Die Tupfe dürfte zum Teil etwas geschlossener erscheinen. Ist die Unterfarbe komplett gelb, ist diese nicht im hohen sg-Bereich einzuordnen. Die Vorkämme dürften bei einigen Hennen etwas fester sein und die Gesichtsfarbe noch feuriger erscheinen. Ein figürlich sehr feiner Hahn von André Klein sollte in der Flügelhaltung etwas konstanter für eine höhere Benotung sein. Auf Federbreite und einen breiteren Steuerabschluß ist in den nächsten Jahren zu achten. Lauf und Augenfarbe sind gefestigt sowie die Schwungfederbreite zeigt sich in diesem Farbenschlag sehr stabil.

Eine Hauptsonderschau mit vielen Spitzentieren und richtungsweisenden Kollektionen, die für eine sehr gute Arbeit im Sonderverein sprechen. Leider waren die Lachsfarbigen und die Gold-weißgesäumten nicht auf der HSS vorhanden. Hoffen wir auch in diesen Farbenschlägen auf zielstrebige neue Züchter.

Ich wünsche allen ein zufriedenes Zuchtjahr 2019, André Klein