Schaubericht zur 51. HSS des SV der Zwerg-Italiener aller Farbenschläge

Zfrd. Johann Oostinga hatte zur nunmehr 51. HSS des SV in das Ostfriesische Emden eingeladen. Am 11. und 12. November 2017 standen beachtliche 421 Einzeltiere und 3 Stämme von 39 Zuchtfreunden in den Käfigen der dortigen vereinseigenen Ausstellungshalle des RGZV Emden.

Am Anfang der hier gezeigten 20 Farbenschläge standen wie immer die Rebhuhnhalsigen.
Ungewohnt aber erfreulich die hohe Tierzahl von 14 Hähnen und 32 Hennen sowie 2 Stämme. Nur bedauerlich, dass ein ganzer Teil ihre körperliche Blüte bereits hinter sich hatte.
Lose Kämme, schmale Sichelfedern oder braun gezeichnete Federn im Brust- und Flankengefieder drücken zudem die Noten der Hähne erheblich. Bei den Hennen sollte das Augenmerk auf eine bis zum Rand durchgerieselte Feder mit einem deutlich sichtbaren goldig-wachsfarbenen (rötlich ist hier verpönt) Nerv und einer intensiven rostroten Brustfarbe liegen. Dagegen mehrheitlich positiv der gestreckte Rumpf beider Geschlechter, das nicht zu dunkle Rotgold der Hähne und eine schön ausgeformte Frontpartie der Hennen. Zudem blieben alle im Größenrahmen eines Zwerghuhns. Feste und glatte Kämme, Rückenschwung oder rein gelbe Läufe sind wie bei allen Farbenschlägen Voraussetzung für höhere Noten.
(„v“: J. Höge und K. Westerbur).

Blau-Rebhuhnhalsig – 4,4 Tiere von nur einem Aussteller. Durch die Anleihe aus der Großrasse zeigten sich alle Tiere typisch in der Form, aber für ein Zwerghuhn recht kräftig und wirkten somit etwas grob. Auch darf das Blau der Ausstellungshähne nicht zu dunkel sein oder im Halsbehang absetzen. Gleichfalls ist auf einen breiten Schwanzansatz zu achten. Rostige Flügeldecken oder andersfarbige Federränder im Mantelgefieder der Hennen müssen zugunsten einer rein blau erscheinenden Feder ohne andersfarbiger Rieselung weiter zurückgedrängt werden.
(„hv“: K. Westerbur)

25,37 Tiere – ein akzeptables Ergebnis für den Hauptfarbenschlag Goldfarbig.
Trotz einheitlicher Größe, gutem Brustbogen und kaum absetzender Behangfarbe der Hähne, war hier auf den ersten Blick der große Überflieger nicht zu erkennen. Tiere mit grob gesäumter und braunfleckiger Brustfeder, tiefen Stand, loser Flügelhaltung, einem schmalen und lockeren Schwanz, oder gar Gesichtsschimmel mussten vom SR konsequent abgestuft werden. Die Masse der Hennen, wie auch die 1.0, punktete mit einer klasse Rückenlinie, relativ breiter Feder und einer zwergenhaften Körpergröße. Erfreulich ist zudem, dass eine rostige Flügeldeckenfarbe und rötlicher Flitter weiter rückläufig sind. Der hier gewünschte goldige Federsaum darf aber niemals blassgelb und stumpf wirken. Leider hatten aber einige Hennen bereits zu diesem frühen Zeitpunkt mit welkenden Kämmen oder reichlich hellen Läufen zu kämpfen. Glatte Kammblätter sowie breit angesetzte und in sich feste Hahnenschwänze müssen für die neue Saison stärker beachtet werden.
( 2 x „v“: M.-T. Saure, „v“: M. Peter)

Durchweg positive Akzente setzten die drei Hennen im seltenen Farbenschlag Blau-Goldfarbig. Standardnah in den Hauptrassemerkmalen und nur mit geringen Wünschen in einem kürzeren Kehllappen, oder „Idee reiner im Blau“ lassen sehr hoffen.
(hv: M.-T. Saure)

Über die Hälfte der gemeldeten Kollektion von 9,18 Zwerg-Italiener Orangefarbig blieb leider der Ausstellung fern und der Rest verkörperte nur schwerlich den momentanen Zuchtstand. 4 Hähne und 3 verschiedene Halsbehangfarben, hier besteht dringend Handlungsbedarf. Die „Strohsorte“ beim geforderten „strohgelb“ sollte meiner Ansicht nach rasseübergreifend genauer definiert werden. Auch ist ein recht schwerer Brustfedersaum, wie bei allen „-farbigen“ dem Gesamteindruck nicht gerade förderlich. Zudem ließ ein Hahn, auch für einen Zwerg, etwas wenig Körpersubstanz erkennen
Die hier gezeigten Hennen sollten in der Grundfarbe etwas heller sein und Stehkämme oder eine flache Frontpartie drücken die Note weiter. Zusagend in Typ, Kopf, Standhöhe und federreicher Besichelung bei den Hähnen, waagerechte und gestreckte Körper bei den Hennen, dürfte aber ein Grundstein für die nächste Saison sein.
(„hv“: Th. Tönges)
In einer ganz anderen Liga spielte der mit „v“ EB bewertete Stamm von H.-W. Esse.
Drei in Form und Farbkomponenten perfekt aufeinander abgestimmte Tiere.

Der Kollektion von 5.5 Perlgrau-Orangefarbig fehlte noch etwas Zeit für eine optimale Präsentation. Kaum Nachteile brachte dies der Form und dem Farbspiel der Hähne, lockeres und unfertiges Gefieder bei zwei Tieren schon. Faltige Kämme drücken gleichfalls die Note.
Der „v“ EB Hahn von J. Christ war hier für den Farbenschlag ein wahres Muster.
Den dazugehörigen Hennen ist noch etwas mehr Kammneigung, eine sattere Brustfederfarbe und ab und an eine mehr geschlossene Feder auf den Flügeldecken zu wünschen. Zwergenhafte Größe mit prima Standfreiheit und hohem, festem Flügeleinbau sowie ansprechender Mantelfarbe mit doch schon recht deutlichem Saum sind beachtlich.

Bei den Silberfarbigen, mit 8,16 Tieren vertreten, hatte ich etwas mehr Zuspruch erwartet.
Die Hähne bestachen aber mit einer prima Oberlinie, mittlerer Standhöhe und breit angesetzten Kammzacken sowie einer reinen Silberfarbe. Baustellen gibt es auch hier bei seitlich gefüllten Vorkämmen (betrifft gleichfalls die Hennen) und der deutlichen Brustwölbung. In meinen Augen haben auch hier Tiere mit Gesichtsschimmel keinerlei Zuchtwert.
Die zwergenhaften Hennen mit recht einheitlicher und nicht zu dunkler Grundfarbe, deutlichem Flitter sowie zarter Rieselung auf einer breiten Feder können auf ganzer Linie gefallen. Einigen hätten der geforderte Rückenschwung bei waagerechter Körperhaltung und eine vitale rötliche Gesichtsfarbe zu einer höheren Note verholfen.
(„v“: R. Lißfeld, F. Kappe)

Von den Rotgesattelten kann man eigentlich mehr erwarten. In Quantität und Qualität ist bei dieser HSS noch reichlich Luft nach oben.
So fand sich unter den 7 Hähnen kein wirkliches Spitzentier obwohl Typ, Rumpflänge und Standfreiheit stimmten. Eine ähnliche Aussage von 2015 hat leider, ohne größere Abstriche, immer noch seine Berechtigung. Die geforderte feste Feder im Halsbehang, der hohe Flügeleinbau oder eine betontere Unterlinie wären zudem weiter vorteilhaft. Um gut durchgefärbte Flügeldreiecke, kaum durchstoßende Schaftstriche im Halsbehang und einen breiten Schwanzansatz ist es da 2017 schon besser bestellt.
Die Mehrzahl der 16 Hennen ist wie immer recht zwergenhaft und formlich gut gelungen, aber ebenso ohne herausragende Spitze. Die Wünsche oder Mängel in einer reinen Mantel-, der intensiven Brust- und Lauffarbe bzw. glatten geneigten Kämmen waren da zu breit verteilt.
(„hv“ E. Maulhardt)

Prima die 27,54 gemeldeten Zwerg-Italiener in Schwarz.
Die Zeit der kräftigen, etwas bulligen Hähne scheint vorbei. Gestreckte Typen mit freiem Stand und schönem Grünlack bringen viel von der oft schon verlorenen Eleganz zurück und belegten zurecht vordere Plätze. An den hervorgehobenen Tieren unterstreicht zudem ein hoher und fester Flügeleinbau diesen Trend. Dagegen hatten Tiere mit flacher Brust, faltigen Kamm- und Kehllappenansatz sowie einer aufliegenden Kammfahne keine Chance.
Bei den recht eleganten Hennen, mit angemessener Brusttiefe, gab es gleichfalls kaum Abstriche in der Körpergröße, freiem waagerechten Stand und einer breiten sowie lackreichen Feder. Diese sollte aber im Sattelbereich straff anliegen und nicht die Gesichtshaut als feiner aber auffälliger Flaum bedecken. Auch hier spielen leider grobe Stützfalten in der Kammfront und am Kehllappenansatz zunehmend eine Rolle.
(„v“ A .Klein, H. Cramer, M. Bach)

Weiß, mit 6,16 Tieren gut vertreten und beide Geschlechter mit schön gestreckten Körper. Durch eine etwas lockere Feder wirkten sie aber oft etwas größer. In der Zucht der Hähne muss in Zukunft an einer waagerechteren Rumpfhaltung mit guter Brustwölbung gearbeitet werden. Auch sind geschlossene und weitgehend faltenfreie Kehllappen vorteilhaft. Gleiches gilt für kürzere obere Steuerfedern bei Hahn und Henne.
Prima Lauffarbe und kaum gelber Anflug im Gefieder beider Geschlechter bekommt dem Farbenschlag sehr gut, auch ist die Körperhaltung der Hennen um einiges besser als die der 1.0. Der PR sah aber gelegentlich Probleme in der Steuerfederlage und einem recht zartem Kamm (Blatt höher und Fahne kürzer).
(„v“ und bestes Tier der Schau C. Queißer)

Blau – in der Vergangenheit schon seltenen, nun in diesem Jahr leider eine totale Fehlanzeige.
Wer hat noch Restbestände? Welcher Züchter nimmt sich ihrer an?

Eine weitere Rarität, die Zwerg-Italiener in Rot. 2 typhafte Hähne mit dunkler, gleichmäßiger und lackreicher Feder, die etwas straffer sein darf, begeistern den Betrachter.
Gleiches gilt für die 2 Hennen, denen die nicht allzu gelbe Lauffarbe den meisten Punktabzug brachte.
(„hv“: R. Kleiner)

Ausgehend von einer soliden Grundlage kamen bis auf einen Hahn mit angeschobenen Kehllappen alle 6,14 Zwerg-Italiener Gelb in den „sg“ Bereich oder höher.
Einem figürlich sehr gelungenen 1.0 verhinderte leider die absetzende Farbe der Flügeldecken und Nebensicheln die Höchstnote.
Die Vorzüge der meisten Hennen bestehen hier in einem langem Rumpf mit deutlich sichtbaren Rückenschwung, gut mittelhohem Stand und einem gleichmäßigen nicht zu dunklem Gelb. Gleichfalls gelb sollte Anfang November die Lauffarbe sein!
Auf eine betontere Unterbrust und glatte im hinteren Teil geneigte Kämme erstreckten sich weitere Wünsche.
(„v“ F. Müller)

Bei den Gestreiften bewarben sich 5,5 Tiere um die Preise. Je einem Hahn und einer Henne gelang es auch weitgehend alle Vorzüge dieses schönen Farbenschlages auf sich zu vereinen.
Auch die anderen Bewerber zeigten mehrheitlich klare Streifungsbilder bis in den Schwung und gestreckte Körper. Bei einigen Hähnen sollte der Flügeleinbau etwas fester und höher sein. Auf eine volle Frontpartie und einem harmonischen Kamm ist zu achten.
Bei den Hennen bleiben die Wünsche der vergangenen Saison, eine feste Sattelfeder und eine gleichmäßig gelbe Beinfarbe, bestehen.
(2 x „v“: M. Saure)

Die Hähne der 3,1 Zwerg-Italiener Gelbsperber erscheinen in der Farbgebung wieder recht ansprechend, wobei einem relativ gestreckten Rumpf noch etwas der Rückenschwung und die Standhöhe fehlen. Ein 1.0 wirkte zudem im Gesamten etwas grob.
Die einzig anwesende Henne zeigte bei waagerechter Körperhaltung hier schon recht ordentlich Schenkel.
Nur auf der etwas dunkelgelben Grundfarbe muss die Sperberung deutlich mehr zur Geltung kommen. Kammgröße und Neigung sind gleichfalls verbesserungswürdig.
(„hv“ H. Thiel)

Bedauerlich ist der seit zwei Jahren zahlenmäßige Rückgang bei den Kennfarbigen.
Die 4 Hähne in etwas straffer Größe, aber mit satt goldiger Halsbehangfarbe ohne grauem Rand und mit scharf abgegrenztem Flügeldreieck. Auf eine gleichmäßige Sperberung der Hauptsicheln und einem höheren Flügeleinbau ist allgemein weiter hinzuarbeiten.
Die dazugehörigen 6 Hennen gefielen mit einem langem Rückenschwung, freiem waagerechten Stand und guter Grundfarbe. Die Rieselung könnte teils zarter bzw. verteilter ausfallen. Breitere Kammzacken, mehr Brusttiefe oder harmonischer in der Sperberung waren weitere Wünsche.
(„v“ H. Thiel)

Gleich der erste der 8 Hähne im Farbenschlag Weiß-Schwarzcolumbia überzeugte in allen Belangen. Die Übrigen in Farbe und Zeichnung recht gut gelungen, sollten aber etwas gesteckter im Körper und verschliffener im Übergang sein. Die in den letzten Jahren immer wieder angesprochenen Flügel, locker oder bis hin zu einem überlappenden Handschwung, zeigen sich leicht verbessert. Das Plus bei den Hennen, prima Körperlänge und ein deutlicher Rückenschwung. Ich wünschte mir aber gelegentlich etwas mehr Standhöhe. Besser abgedecktes Untergefieder, dunklere Schwungfarbe und gleichmäßig ausgeformten Kämme würden gleichfalls mehr Punkte bringen. Der bei einer Columbiazeichnung geforderte leichte Schwanzdeckfedersaum darf nicht wieder in Vergessenheit geraten.
(„v“ J. Oostinga)

Gelb-Schwarzcolumbia, ein Farbenschlag deren hiesige Vertreter noch immer keinen richtigen Anschluss an einstige Glanzzeiten erkennen lassen. Die hier gezeigten 1.0, alle immernoch am oberen Größenrahmen, aber immerhin schon wieder mit einer schönen Rückenlinie und recht üppiger Besichelung. Farblich etwas heller und höher eingebaute Flügel würden die 3 Hähne mit Sicherheit weiter aufwerten. Auch die 5 Hennen gefallen mit einer recht guten Linienführung wobei die abstehenden Ortfedern von Nachteil sind. Prima Kopfpunkte aber auch Defizite in der gelben Lauf- und einer gleichmäßigen Mantelfarbe vervollständigen die Erscheinung.
(„sg“ 95 K. Westerbur)

Bei der Kollektion von 7,9 Schwarz-Weißgescheckter Zwerg-Italiener schnitten die Hennen deutlich besser ab als deren männlichen Vertreter. Ob Hahn oder Henne, die Intensität der Zeichnung ist in der Kollektion etwas ungleichmäßig verteilt. Hier sollte auch die V-förmige Tupfe möglichst rein weiß erscheinen. Waagerechte und zwergenhafte Körper mit lackreichem Gefieder sowie harmonische Kämme der Hennen brachten aber Punkte.
Dagegen wurden wieder Tiere beider Geschlechter mit Problemen im Flügeleinbau, einer straffen Feder oder der Zehenstellung zurückgesetzt.
(„v“ F. Nuxoll)

Mit „klein aber fein“ ist bei den 2.6 Goldbraun-Porzellanfarbigen bereits vieles gesagt.
So traten die Hähne mit allen Attributen typischer Zwerg-Italiener an, wobei es einem leider etwas an Zeichnung mit der gut abgegrenzten Tupfe und Perle fehlte. Bei den Hennen gefielen gleichfalls Form und die lichte, goldbraune Grundfarbe. Das Untergefieder sollte mit Blick auf die Nachzucht durchweg goldbraun mit schwärzlichen Einlagerungen ausfallen. Eine feste Kammfront und straff anliegende Sattelfedern dürften bei einigen das Bild weiter abrunden.
(„v“ G. Mattheß)

Zfrd. E. Neubert stellte zum Schluss wieder 2.1 Tiere der Rarität Gold-Weißgesäumt in die Käfige. Im Erscheinungsbild noch immer etwas grob, aber mit ansprechender Grundfarbe.
Ein überaus reiner und deutlicher Saum, freier Stand sowie prima Augen- und Lauffarbe lassen hier Fortschritte erkennen
Leider fehlen auch hier noch engagierte Mitstreiter.

Abschließend möchte ich schon heute alle SV- Mitglieder aber auch Gäste zu unserer 52. HSS in die südwestliche Region Deutschlands einladen.
Gastgeber ist am 17. und 18. November 2018 Zfrd. Manfred Knapp in 64625 Bensheim-Zell.

Heinz Thiel