Bericht 50. HSS 2016

50.HSS der Zwerg Italiener aller Farbenschläge.

Unsere diesjährige HSS führten wir am 5. und 6. November in Dorf-Chemnitz bei Zwönitz durch. Zum zweiten mal nach 2009 lud der RGZV Dorf – Chemnitz mit unserem Zuchtfreund Thomas Mehlhorn zur wichtigsten Schau im Jahr ein. Unser Dank gilt aber auch dem Ausstellungsteam um Arnt Mittelbach, Jörg Richter und nicht zu vergessen Ina Richter die uns von Freitag bis Sonntag Mittag eine problemlose Durchführung der HSS ermöglichten.

362 Tiere in 21 Farbenschläge und 1 mal AOC Klasse konnten durchaus Zufrieden stellen.

Den Anfang machten die Rebhuhnhalsigen ( 19 ). Leider nur 2 Züchter stellten ihre Tiere zur Schau . Positiv die Entwicklung der Körpergröße sowie Körperhaltung. Gerade eine  0,1 wurde wegen deutlicher Übergröße abgestuft, der Rest zeigte sich in einer einheitlichen Größe. Prima ausgeformte Unterlinie sowie Körperstreckung zeigten die Hähne sowie auch die Hennenklasse. Immer wieder lobend zu erwähnen ist die sehr feste und breite Feder bei beiden Geschlechtern. Besonders diese feste Federkleid ist ein Garant für eine fließende Ober und Unterlinie. Standhöhe und Standbreite sowie betonte Körpereleganz wurde immer wieder unter Vorzüge vermerkt. Einheitlicher sollte bei den Hähnen die Hals Schulter und Sattelfarbe werden. Zu Helles bzw. goldfarbenes Schmuckgefieder ähnelt stark den Goldfarbigen . Wenn dann auch noch Goldeinlagerungen im Brust und Flankenbereich auftauchen muss mit deutlichen Punktabzug gerechnet werden. Ebenso die helle Halsfarbe bei den Hennen sowie deutlicher Flitteransatz im Mantelgefieder muss geahndet werden und kann bei dem heutigen Zuchtstand keine sg Note mehr erreichen. Sehr ausgeglichen war die Grundfarbe der Hennen. Grau – Braun mit schwärzlicher Rieselung sowie einem hellen Federkiel konnten sehr zufrieden stellen. Kleine Wünsche bei beiden Geschlechtern gab es in Kammzackenbreite bzw. Aufteilung des Kammschnittes. Zu beachten ist die kommenden Jahre die Ohrscheiben der Hennen. Auf starke und reine Ohrscheiben sollten  Züchter und Preisrichter achten. Bei roten Äderchen ist mit deutlichen Punktabzug zu rechnen. Hv ( EB ) Höge Jürgen; HV Westerbur Kai.

8 Blau Rebhuhnhalsige stelten wirklich eine Ausnahme Kollektion dar. Feine Figuren mit richtiger Größe sowie sehr gute Körperhaltung konnten auf den ersten Blick gefallen. Deutliche Fortschritte machten die Hähne in der satten goldenen Hals und Sattelfarbe. Die 0,1 zeigten Überwiegend reine Blaue Grundfarbe, mal etwas heller mal etwas dunkler sollte bei deutlicher Reinheit der  Farbe nicht so wichtig erscheinen. Minimal absetzender Federrand sowie Ansatz zur Flügelrose sollte im Wunschbereich vermerkt werden. Kleine Wünsche gab es in der Reinheit der Lauffarbe und eine zum Teil gleichmäßigere Schnitttiefe des Kammblattes. Dennoch mein Glückwunsch für die Herausragende Leistung die mit hv und V EB für Kai Westerbur belohnt wurde.

Mit 49 Goldfarbigen auf der HSS konnte man sehr zufrieden sein. Weniger Zufriedenstellend war die große Streuung der Qualität bei beiden Geschlechtern. Hähne mit unreiner Gesichtsfarbe, zu helle Lauffarbe und starker Übergröße mussten klar Abgestuft werden und konnten nicht die sg Note erreichen. Kleine Wünsche gab es in der Gleichmäßigkeit der Halsfarbe . Zu Roter und reichlich Strohiger Halsbehang sind von einer hohen Bewertung auszuschließen. Gleiches gilt für die Sattelfarbe welche die nächsten Jahre mehr Bedeutung in der Bewertung erreichen soll. Deutlich abgegrenzter Brustsaum sowie reine schwarze Flügelbinden sollte weiterhin bei Züchter und Preisrichter Beachtung finden. Sehr gute Formanlagen bei den Hähnen. Welche sich parallel verlaufender Ober und Unterlinie zusammen setzt. Prima auch die breit angesetzten Schwanzansetzte sowie harmonischer Sichelabschluss ließ das ganze Gesamtbild abgerundet erscheinen. Keine Eingeständnisse bei den Hauptfarbenschlag Goldfarbig gibt es bei der Bewertung des Kammschnittes sowie Kehllappen. Mustergültig der V EB Hahn von Manfred Peter. Er überzeugte auf ganzer Linie und setzte bei den Hauptfarbenschläge ein deutliche Ausrufezeichen in Punkto Typ, Größe und Farbspiel. Ebenfalls viel Licht und Schatten zeigte die Hennenklasse . 10 mal musste die Note g 92 Vergeben werden. Die Mangel entstanden durch zu rote Flitterfarbe, helle Lauffarbe, strohige Brustfarbe und deutlich zu schmaler Feder sowie mangelhafter Kammschnitt oder zu wenig Kammlage. Einheitlich wiederum zeigten sich die Tiere in der Körperstreckung, Standbreite und Standhöhe sowie waagerechter Körperhaltung. Kleine Wünsche gab es im Flügeldeckenflitter und Ffügeldeckenrieselung. Besonders die Tiere mit reichlich roter Grundfarbe lassen den Kontrast von der Rieselung vermissen. Ob ein Tier im hohen sg Bereich landet oder eher im 93er Bereich kam oft auf die Tagesform drauf an. Wer feurige und lebhafte Kopfpunkte zeigte war deutliche im Vorteil. Reine Ohrscheiben,Augenfarbe und Kehllappenbeschaffenheit zeigten keine großen Probleme. Feine Hauptrassemerkmale zeigten die Hennen von Esse H-W. mit V EB und von Saure Max Till mit V GEIM. Aber auch die hv Hennen von Wanzel Helmut, Peter Manfred, Esse H-W. Und Saure Max Till standen den Spitzenhennen kaum nach.

Leider nur 5 Blau Goldfarbige von Saure Max Till welche die Erwartungen durchaus erfüllten. Besonders der HV – Hahn zeigte seit Langem mal ein harmonisches Gesamtbild in Form, Farbe, Zeichnung sowie richtiger Zwerghuhngröße. Kleiner Wunsch in der Ohrscheibe verhinderte die Höchstnote. Nichts auszusetzen gab es bei der V EB Henne. Sie verkörperte den perfekten Zwerg Italiener Typ.  Ebenso die 0,1 zeigten überwiegend reine goldbraune Grundfarbe mit klarer blauer Rieselung die sich klar sichtbar zeigte. Bei minimaler Flügelrose sollten wir Eingeständnisse machen und die Bewertung hier WIRKLICH Zuchtstandsbezogen durchführen. Gerade die Flügeldecken sind bei allen Farbigen ( Gold, Silber, Orange , Perlgrau, Blau Gold, ) ein Gesprächsthema. Aber bei Blau Goldfarbig ist der Kontrast von Grundfarbe zur Rieselung nicht so stark ausgeprägt und wird dementsprechend oft fehlinterpretiert. Deswegen sollte hier immer mit Fingerspitzengefühl bewertet werden, ohne aber das Zuchtziel aus den Augen zu Verlieren. Kleine Abweichung bei den anderen 0,1 vom Idealbild gab es in der Lauffarbe, Kammzackenbreite des Kammschnittes sowie gleichmäßigeres Flittergold.

25 Orangefarbige ließen nach der hohen Qualität der letzten Jahre hoffen. Besonders die Hähne zeigten durchweg prima Figuren sowie waagerechte Körperhaltung. Standbreite und Standhöhe wirkten sehr einheitlich zum Gesamtbild. Zum Teil könnten sie etwas fester im Flügeleinbau sein sowie einen breiteren Schwanzansatz aufweisen. Glatte Kehllappen, orangerote Augenfarbe ebenso glatte und gefüllte Ohrscheiben sah man in bester Manier. Sehr ansprechend die einheitliche Schnitttiefe und Zackenbreite des Kammschnittes, wenn auch dem ein oder andere ein zarteres Kammblatt durchaus besser stehen würde. Ebenfalls lobend zu erwähnen ist die Ausprägung des Brustsaumes . Wo vor ein paar Jahren noch danach gesucht wurde ist dieser zarte Saum jetzt schon Teilweise in Vollendung zu sehen. Kleine Angriffspunkte gab es dennoch in der Saumfarbe,welche zum teil Zweifarbig zu sehen war. Hier gilt es weiterhin den gleichmäßigen Orangefarbigen Ton zu erreichen. Unsere Anforderung an die Halsfarbe und Sattelfarbe sollte sich die nächsten Jahre etwas erhöhen. Wir haben eine gewisse Breite an Tieren da und sollten jetzt auch etwas Kritischer bewertet werden. Strohgelb ist die Forderung laut Standard. Ob diese Farbbezeichnung etwas dunkler oder heller ausfällt ist nicht so entscheidend, wichtig ist das die Fehler der letzten Jahre wie Zweifarbig oder Dreifarbigkeit der Feder, oder starke Sperrberung im Sattelbereich verschwinden. Unerwünscht sind ebenfalls die mangelhafte Schaftstrichzeichnung im Hals. Wenn starkes Durchstoßen bzw. deutlicher Vorsaum auftritt muss mit deutlichen Punktabzug gerechnet werden. Besonders die zwei hv Hähne von Mehlhorn Thomas verkörperten schon ein sehr beachtliches Gesamtbild. Nicht ganz so ausgeglichen war die Hennenklasse. Besonders durch gezielte Einkreuzungen sah man in der Grundfarbe die größten Unterschiede. Tiere mit rötlichen oder silbernen Anflug hatten keine Chance auf hohe Noten. Ist der Halsbehang und der Flitter Silber stichig ist kein erreichen der Sg Note mehr möglich. In wie weit die Tiere dann zur Zucht eingesetzt werden liegt immer in der orientierten Züchterhand. In Punkto Federbreite, Rieselung, Federfestigkeit und Brustfarbe gab es kaum Anlass zur Kritik. Prima die optimale Kammgröße mit gleichmäßigen Kammschnitt und überaus feiner Kammlage bei 95 Prozent der gezeigten Tiere. Kleine Wünsche gab es zum Teil in der Ohrscheiben Reinheit und satt gelber Lauffarbe. Eine sehr feine Rassevertreterin von Max Tönges erreichte zu Recht die Höchstnote mit dem EB . Wollen wir hoffen das dieser Farbenschlag sein Hoch aufrecht erhält und die Züchterwelt weiterhin mit um ein paar Züchter bereichert.

Leider nur 2 Perlgrau-Orangefarbige von Enrico Neubert. Die gezeigten Tiere konnten die Ansprüche in Figur, Stand und Haltung erfüllen. Besonders der 1.0 Alt zeigte sehr gute Rasseeigenschafften in Farbe, Zeichnung und ganz besonders in der Federbreite, welche die letzten Jahre immer ein großer Angriffspunkte darstellte. Bei der 0,1 fehlte es an deutlicher Flitterfarbe und einer stabileren Kammlage. Grundfarbe, Rieselung und Brustfarbe konnten dennoch sehr Überzeugen. Um diesen schönen Farbenschlag zu erhalten sollte sich deutlich mehr Züchter finden und sich besonders  den Zuchtfreunden Mehlhorn und Neubert verständigen, welche für den deutlichen Qualitätsanstieg der letzten Jahre sorgten.

31 Silberfarbige konnten Zahlenmäßig überzeugen, wenn man davon ausgeht das drei absolute Spitzenzuchten fehlten. Leider konnte die Qualität der letzten Jahre nicht erreicht werden, wenn auch die Hennenklasse durchaus ihre Vorzüge zeigten. Die Hähne mussten leider durch schlechte Kammschnitte, grobe Kehllappen, helle Lauffarbe deutlich abgestuft werden. Wünsche gab es wiederholt im Kontrastreichen Brustsaum, reine Bindenfarbe, reines Silber im Hals und Sattelbereich. Ein weiteres Problem stellte sich in der Sporenbildung dar. Hier gilt es Augen auf bei Züchter und Preisrichter. Hier sollten wenig Eingeständnisse gemacht werden. In Punkto Figur stellte sich wiederholt die Problematik der Rückenlänge dar. Dies sollte bei beiden Geschlechtern deutlich mehr gefordert werden. Ebenso die gut ausgeformte Unterbrust besonders bei den 1,0 führte wiederholt Wünsche auf. Die angesprochene Rückenlänge der Hennen ist immer wieder ein Angriffspunkt bei der Bewertung, ebenso die Forderung des Rückenschwungs. Zu flach getragene Schwanzpartien lassen diesen markanten Rückenschwung vermissen. Gleiches gilt bei der Körperhaltung beider Geschlechter. Abfallende Haltung lässt Unterlinie leer aussehen und Oberlinie flach wirken. Mit harter aber gerechter Hand wurde die silberfarbigen von unserem Dienstältesten Sonderrichter Willi Esse bewertet und die Tiere mit feiner Grundfarbe, Rieselung und prima Flitterfarbe sowie zum Teil perfekten Kopfpunkten herausgestellt. Tiere mit Stehkämmen, unreiner Lauffarbe, schmaler Feder und mangelhafter Körperreife wurden ebenfalls richtigerweise und ganz besonders Richtungsweisend abgestuft. Kleine Wünsche gab es in der dicke und Reinheit der Ohrscheibe und zum Teil wurde ein freierer Stand gefordert. Tiere mit zu dunkler und lehmiger Grundfarbe waren kaum zu sehen und zeugt von einer Richtungsweisender Bewertung der letzten Jahre. Ein wahrer Lichtblick die Hennen von Rene Wendler 1 mal V EB und die Henne mit der Käfig Nr. 139 welche 95 Punkte erreichte  zeugten von einer hohen Qualität.

22 Rotgesattelte stellten keine leichte Aufgabe für den amtierenden Preisrichter. Leider war der ein oder andere Hahn noch nicht ausgereift in Form und Feder aber sie wurden mit viel Fingerspitzengefühl dennoch Richtungsweisend bewertet. Deutliche Verbesserung sah man in der Farbe und Zeichnung. Prima Halsfarbe mit cremeweißen Schaftstrich der scharf abgegrenzt war sowie satte Flügeldreieckfarbe konnten gefallen. Gleiches gilt für die rubinrote Schulterfarbe welche immer leuchtend ins Auge sticht. Figürlich und Farblich ein wirklicher Musterhahn von Lars Ißleib führte die Riege der Hähne an . Eine ausgereiftere Sichelfeder und eine etwas reinere Ohrscheibe führte zum maximalen Notengrenze von 95 Punkte. Figürlich sollten bei beide Geschlechtern darauf geachtet werden das die Unterbrust betonter wirkt und auch ein wenig mehr Länge hinter den Läufen erreicht wird. Vorzüge gab es in der Standhöhe und festem Schenkelgefieder, wobei ich mir die Standbreite noch etwas Ausdrucksstärker wünschte. Rumpf und Standbreite gehören zum Leistungsstarken Zwerg Italiener Typ einfach dazu. Kleinere Wünsche gab es in der Stabilität des Kammblattes sowie wiederholt die Reinheit und stärke der Ohrscheibe, als auch in der Abschlussbreite des Schwanzes.  Ein wahrer Lichtblick sah man in der Grundfarbe, Halszeichnung und Brustfarbe. Wie schon gesagt das Gesamtbild muss stimmen und mit Fingerspitzengefühl bewertet werden dann wird dieser aparte Farbenschlag weiterentwickeln . Richtungsweisend die zwei hv Hennen von Lars Ißleib welche nicht nur Farblich überzeugten sondern auch die richtige Größe und Körpereleganz zeigten.

55 Schwarze auf der HSS war endlich mal wieder eine Hausnummer für sich, wenn man auch sagen muss das hier deutlich noch Luft nach oben ist. Klare Linie wurde von unserem SR und SV Vorsitzendem Saure Maik gefahren. Höchste Anforderungen bei diesem Hauptfarbenschlag stellte er in Standbreite, Standhöhe, Körpereleganz und Körperstreckung.Ebenso eine gut ausgeformte Unterlinie und eine geschliffene Oberlinie sind ein Muß für eine hohe Bewertung. Tiere die den Größenrahmen überschritten hatten konnten nicht über 93 Punkte Marke hoffen. Dies ist denke ich immer ein gutes Zeichen besonders wo der Größenrahmen in der heutigen Züchterwelt sehr oft stark diskutiert wird. Wünsche in Lackreinheit, gefüllterer Vorkamm, waagerechter in der Körperhaltung und breiter im Zackenansatz fanden immer wieder Anklang bei den gezeigten Tieren. Einige Hähne wünschte ich mir etwas lebhafter im Gesichtsfeld bzw. in der Augenöffnung. Sie wirkten etwas grob und dadurch wirkt das lebhaft runde Auge nicht markant genug. Hv ging an Böhnke Manfred. Die Reigen der Hennenklasse zeigte einen hohen Notendurchschnitt. Tiere mit zu tiefen Stand und lockerem Schenkelgefieder sowie schmalen Steuerabschluss können keine sg Note mehr erreichen. Kleinere Wünsche die zur Abstufung führten waren in der Federbreite, Lackreinheit, Gesichtsblüte und reinheit der Lauffarbe zu finden. Auf einen stabileren Vorkamm und eine etwas tieferen Kammschnitt ist weiterhin zu achten, sowie ein reines Gesichtsfeld welches möglichst frei von schwarzen Federchen sein sollte. Sehr einheitlich zeigte sich die Figürliche Verfassung der Hennen. Gestreckter und breiter Rumpf sowie prima waagerechte Körperhaltung konnten gefallen. Bei all diesen Formlichen Attributen sollte dennoch die Körperliche Eleganz nicht aus dem Auge verloren gehen. Beste Tagesform zeigten die Beiden V Hennen von Müller Franz 1x und von Klein Andre 1x. Dicht gefolgt mit kleinen Wünschen die hv Hennen von Klein 2x , und Mehlhorn Uwe.

27 Weiße in einer beachtlichen Qualität. Einheitliche Rumpfstreckung  und Rumpfbreite sowie fester geschliffener Oberlinie konnten gefallen. Im Großen und Ganzen kann man sagen wir haben wieder Zwerg Italiener Typen im Käfig stehen und nicht die verpönten Leghorntypen ober sichtbare Barnevelderkreuzungen. Sehr Figur orientiert wurde die Bewertung vorgenommen und schnell die Spreu vom Weizen getrennt. Lobend die Qualitätsdichte über die einzelnen Zuchten. Die zwei hv Hähne von Zfr. Hösing und Neubert verkörperten besten Typ in Figur, Stand, Haltung sowie Kopfpunkte. Etwas reiner im Silberweiß war bei dem einem der Wunsch und fester im der Schwingenhaltung bei dem anderen Rassevertreter. Tiere mit fehlender Unterbrust, schmalen Kammzacken und abfallender Körperhaltung können kein sg mehr erreichen. Feine Formentiere sah man bei den Hennen. Bestechend die hv und V Henne von Ostinga. Weitere 0,1 im oberen sg Bereich ließen nur kleine Wünsche offen wie satter in der Lauffarbe, fester im Vorkamm, obere Steuerfeder kürzer und fester in der Unterlinie.

Hennen mit zu langer und weicher Brustfeder setzten teilweise stark ab oder wirken kielig im Rumpfbereich. Jenes trifft nicht nur bei dem Farbenschlag weiß zu, sondern auch bei Gelb und Blau. Dies  ist ein Kriterium welches die nächsten Jahre verstärkt Beobachtung finden wird. Im Ganzen kann man sagen das die Qualität und Quantität sich enorm verbessert hat und nur zu hoffen ist das dieser Aufwärtstrend in dem Farbenschlag Weiß weiter anhält.

Unser Sorgenkind bei den Einfarbigen Farbenschlägen ist zur Zeit der Blaue. Wenn auch die Qualität durchaus zufriedenstellend ist wünschte ich mir dennoch ein paar arrangierte Züchter mehr. Feiner Vertreter von Max Tönges  erreichte die Note sg 95. Reinere Sichelfarbe und reifer in der Schwingenfeder ließen Wünsche offen. Unreine Mantelfarbe, kurzer Rumpf und mangelhafte Kammsubstanz sowie untypischer Kammschnitt lassen kein sg mehr zu. Herausgestellt die Henne von Müller Franz mit V 97 zeigte das derzeit machbare.

Die 4 gemeldeten Roten fehlten leider vollständig.
27 Gelbe konnten Zahlenmäßig sehr überzeugen. Leider gab es eine große Streuung in der Qualität bei beiden Geschlechtern. Tiere mit zu großem Erscheinungsbild sowie fehlender Unterlinie, groben Kopfpunkten und mangelhafter Flügeldeckenfarbe mussten bei den Hähnen mit unteren Noten Vorlieb nehmen. Besten Gesamteindruck hinterließ der Hahn von Börner Günter mit sg 95. Kleinere Wünsche gab es in Standhöhe, gleichmäßiger im Kammschnitt und nicht dunkler in der Mantelfarbe. Die Hennen zeigten sich in eine einheitlichen Größe sowie Körperstreckung und Körperhaltung. Um den Typ eleganter wirken zu lassen ist die nächsten Jahre auf einen freien Stand, fester Unterlinie mit anliegenderen Brustfedern zu achten. Diese Kriterien wurden von unseren Preisrichter erkannt und richtigerweise in der Abstufung der Qualitätsnote verzeichnet. Sehr gut die breiten Steueransätze und auch Steuerabschlüsse der Henne sowie das enorm gefestigte stabile Kammblatt mit markanter Kammlage. Gleichmäßiges Gelb wird von unserem SV gefordert. Eine Nuance heller oder dunkler ist nicht Ausschlaggebend, wichtig ist gleichmäßig auf einer breiten, abgerundeten Feder ohne einen absetzenden Federrand. Ist die Innenfahne der Steuerfeder leicht bläulich bzw. leichte Pfeffrige Einlagerungen ist dies eine Farbstoffreserve die jede Zucht brauch. Wichtig ist das im geschlossenen Zustand nicht sichtbar erscheint. Ist die Halsfarbe leicht rötlich bzw. setzt diese im unterem Bereich stark ab so sollte dies der Preisrichter erkennen und im Wunschbereich verzeichnen und der Züchter bei der Zuchtstamm zusammen Stellung beachten. Zwei sehr feine Rassevertreterinen kamen aus dem Stall von Müller Franz mit hv und V EB . Die V Henne wurde gleichzeitig zum Champion der gesamten Schau gekürt. Meinen herzlichen Glückwunsch nochmal zu dieser großen Leistung.

10 Gestreifte von Maik Saure stellte wieder erwartend eine echte Ausnahme Kollektion da. Besonders die Hähne mit überzeugender Figur, passender Standhöhe, optimaler Körperhaltung und fließender Linie. Ebenso die Federreife und Federqualität im Steuer und Schwanzbereich. Besonders der harmonische Steuerabschluss lies keine Wünsche offen. Kleine Angriffspunkte gab es in der Schwingenstreifung und bei der Gleichmäßigkeit der Kammzacken. Sehr ausgeglichen in Rumpfbreite Körperstreckung und Haltung sowie Körpergröße zeigte sich die Hennenklasse. Prima Kammsubstanz mit sehr guter Kammlage, sowie reine und glatte Ohrscheiben konnten starke Verbesserungen zum Vorjahr erreichen. Kleine Wünsche gab es in der Bewertung der Oberlinie. Sie durfte etwas verschliffener erscheinen. Auf ein klareres Streifungsbild ist weiterhin zu achten. Mustergültig die V EB Henne, welche für das derzeit machbare bei den seltenen Farbenschlägen spricht.

Eine echte Überraschung zeigte die Gelbgesperberten von Heinz Thiel. Nach langjähriger Abstinenz auf der HSS konnte man eine zwar kleine aber dennoch sehr ausgeglichene Kollektion bestaunen. Die Hähne mit feiner Figur und Größe, wobei der eine ausgeglichener im Gelbton sein durfte. Keine Wünsche sah man bei dem zweiten Hahn der zu Recht mit V 97 bewertet wurde. Die Hennen durften etwas freier im Stand sein. Wünsche für eine klarer Sperberung sowie etwas mehr Kammsubstanz wurden hier vermerkt. Brauneinlagerung im Steuerbereich sind zu tolerieren.

2,8 Kennfarbige von leider nur einem Züchter. Wo sind die hohen zweistelligen Zahlen der letzten Jahre? Wenn auch die Qualität sehr beeindruckend war müssen wir dennoch dafür sorgen das dieser Farbenschlag wieder neue Züchter erreicht. Einheitliche Figuren mit freiem Stand und prima Eleganz konnten gefallen. Die 1,0 konnten etwas breiter im Schwanzansatz sein sowie eine festere Flügelhaltung aufweisen. In der Farbgebung überzeugten sie im Hals Schulter und Sattelbereich, sowie die  Dreifarbigkeit des Flügeldeckes. Dennoch sollte die Grau gesperberte Brust und Nebensichel nicht noch Lackreicher erscheinen. Kopfpunkte Lauffarbe konnten bei beiden Geschlechtern überzeugen. Bei den Hennen ist die Ausprägung der Grundfarbe mit Rieselung und gleichmäßigen Sperberfelder eine wirkliche Augenweide . Hier gibt es kaum noch Anlass zur Kritik. Hv und V bei den Hennen von Thiel Heinz .

13 Weiß-schwarzcolumbia zeigten wie schon in den vergangenen Jahren eine sehr gute Durchschnittsqualität, wobei die Hähne noch viel Angriffspunkte in Figur und Körperhaltung haben . Die Henne von Ostinga überzeugten in Figürlicher Reife und freien Stand wobei die Tiere von Schellberg eine wirklich einwandfreie Farbe und Zeichnung aufweisen . Wünsche bei beiden Geschlechtern zeigten sich wie schon in den vergangenen Jahren im Flügeleinbau sowie Rumpflänge besonders hinter den Läufen. Bei deutlichen Scherenflügeln ist kein erreichen der sg Note mehr möglich. Zur Abstufung bei den Hennen wurden weiterhin Wünsche in der Schwungfarbe und festere Oberlinie verzeichnet. Prima die V Henne von Ostinga sie verkörperte den perfekten Typ.

12 Schwarz-weißgescheckte in einer eher durchwachsenen Qualität. Hier entsteht zur Zeit der Eindruck das man hier ein bisschen auf der Stelle tritt. Überzeugen die gezeigten Tiere zwar in Lackreicher Farbe und ansprechender Tupfenzeichnung,welche auch zum größten Teil gleichmäßig verteilt ist,so steht dennoch in erster Linie die Figur im Vordergrund. Hier wünschte ich mir besonders die Hennen deutlich ausgeformter in der Unterlinie. Die heißt ein gut gefüllte Unterbrust sowie eine ausgeformte Hinterpartie . Tiere die zu wenig Länge hinter den Läufen aufweisen haben keine Chance mehr auf die sg Note. Ein weiteres Problem ist die Linienführung der Oberlinie. Oft sah man Tiere die zum sogenannten Polstern neigten oder einfach nur gerade in Rücken verliefen und dann im stumpfen Winkel in die Schwanzpartie über ging. Mit rücksichtsvoller Hand wurden Wünsche wie „ Verschliffener in der Oberlinie oder markanter im Rückenschwung“ verzeichnet. Weiterhin ist auf die unerwünschten Angeschobenen Kehllappen zu achten sowie eine intensivere Augenfarbe. Kaum Wünsche gab es im Kammzacken Bild sowie Ohrscheibe und Lauffarbe. Die hv EB Henne von Mahr Helmut verkörperte den richtungsweisenden Typ.

17 Goldbraun-porzellanfarbige stellten in Grundfarbe, Tupfenzeichnung und klarem Perlenbild eine wirkliche Ausnahmekollektion dar. Gerade zwei Tiere mit zu dunkler und moosiger Grundfarbe kamen nicht in den sg Bereich. Aber auch in Punkto Figur konnten die meisten Tiere überzeugen. Besonders in der Körperstreckung, Rumpfbreite und Körpertiefe überzeugten sie. Bei den Hähnen wurden Wünsche im festeren Flügeleinbau sowie Zarteres Kammblatt und breiteren Steueraufbau verzeichnet. Der ein oder andere Hahn dürfte im Sichellack noch reiner sein und die Brust und Bindentupfe nicht größer erscheinen. Reinere Ohrscheiben wünschte ich mir bei beiden Geschlechtern. Die Hennen waren leider in markanten Kopfpunkten schon etwas aus der Blüte. So musste oftmals auf einen festeren Vorkamm hingewiesen werden. Bei der Betrachtung der Oberlinie gilt das gleiche wie bei den Schwarz Weiß Gescheckten. Deutlich verschliffener und fließender im Schwanzübergang. In Steuerbreite, Lauffarbe. Augenfarbe sowie Körpergröße gab es in diesem Jahr kaum Anlass zur Kritik. Erfreulich das gerade einer der älteren Züchter diesen Farbenschlag in so einer hohen Qualität zur Schau stellen und das schon seit Jahrzehnten. Mein herzlichen Glückwunsch Günter Matthes zu 1 x V EB und 2x hv .

6 Gold-weißgesäumte in eine beachtlichen Qualität. Wenn man überlegt das noch vor zwei drei Jahren man schon davon ausgegangen ist das dieser Farbenschlag ausgestorben wäre. Mit Wolfram John als Preisrichter und selbst Experte für diesen Farbenschlag wurden Richtungsweisend bewertet. Die Hähne mit ansprechender Figur und durchaus typischen Kopfpunkten stellen schon beeindruckendes dar. Noch beachtlicher die Vorschritte in Grundfarbe und Säumung der 1,0 Brust und Bindensaum beinahe in Perfektion. Der V 97 Hahn von Enrico Neubert stellte ein wahrliches Musterexemplar der ganzen Schau dar. Bei den Hennen überzeugte zur Zeit nur die Figur und der Stand sowie Kammschnitt Lauf und Augenfarbe. In Punkto Grundfarbe und Saumanlagen ist noch einiges an Züchterarbeit zu tun . Erfreulich dennoch das sie nun nach 2015 zum zweiten mal hintereinander in sehr guter Qualität gezeigt wurden und sich zwei junge Züchter mit diesen seltenen Farbenschlag beschäftigen.

4 Silber-schwarzgesäumte in der AOC Klasse konnten den Zwerg Italiener Typ erkennen lassen. In Farbe und Zeichnung sowie ausgereiften Kopfpunkten waren noch viele Wünsche offen. Hier wird man die nächsten Jahre sehen was durch gezielte Einkreuzungen möglich ist.

Zum Abschluss kann man sagen das diese HSS wieder durchaus gelungen war und man besonders bei den seltenen Farbenschlägen deutliche Ausrufezeichen in Typ, Farbe und Zeichnung gesetzt hat und bei den Hauptfarbenschlägen sah man was durch Jahrelange zukunftsorientierter Bewertung alles möglich ist. Wollen wir auf ein gutes Zuchtjahr 2017 hoffen und freuen uns auf ein Wiedersehen zur 51. HSS in Emden bei Zuchfreund Johann Ostinga.

Mit freundlichen Züchtergruß euer André Klein


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